Die Fütterung

Aufgrund der physiologischen Beschaffenheit muss ein Meerschweinchen ausreichend mit rohfaserhaltigen Futterbestandteilen versorgt werden. Die Meerschweinchen haben einen sehr langen Darm von fast 2 Metern. Dieser muss ständig gefüllt sein, damit die Verdauung nicht gestört wird.

Die Urform des Meerschweinchens besiedelte in Südamerika grasreiche Hochebenen und Buschsteppen der Anden bin in Höhenlagen von 4.200 m. Die Vegetation besteht dort überwiegend aus Gräsern, die einen hohen Vitamin–C-Gehalt aufweisen.

Heu ist somit das wichtigste Grundnahrungsmittel und muss immer zur Verfügung stehen. Das Trockenfutter sollte auch eben aus diesem Grund nicht aus Getreidemischungen bestehen, da diese nur schwer verdaut werden und die Darmflora aus dem Gleichgewicht bringen können. Zudem ist in Getreide ein Überangebot an Eiweiß, sowie eine Mangel an Vitaminen.

Da Meerschweinchen nicht selbst Vitamin C in ihrem Körper bilden können, muss es über die Nahrung zugeführt werden. Es gibt im Fachhandel pelletiertes Meerschweinchenfutter, die mit Vitamin C angereichert sind. Der Vorteil von pelletiertem Futter ist auch darin zu sehen, dass die Meerschweinchen nicht sortieren können beim Fressen.

Wahre Vitamin C Spender sind neben Zitrusfrüchten vor allem Kiwis und Petersilie. Im Sommer ergibt sich durch Gräser und Kräuter fast nie eine Vitamin C Unterversorgung, wohingegen im Winter Vitamin C zusätzlich übers Trinken verabreicht werden sollte. Denn selbst bei ausreichender Grünfuttergabe ist die Qualität im Winter häufig nicht ausreichend.

Gras ist ein natürliches und wertvolles Futter

Im Winter ist es häufig schwierig, aufgrund von Frost Frischfutter (wie zum Beispiel Wiesenschnitt) zu bekommen. Also muss man für eine gute Auswahl an geeigneten importierten Obst- und Gemüsesorten – auch wenn dies dann oft sehr teuer sind – sorgen. Das Obst und Gemüse dürfen keine Frostschäden haben, da der Verzehr dann zu lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen  und zu Fehlgeburten führen kann. Zusätzlich  muss in dieser Zeit besonders viel und besonders gutes Heu gefüttert werden.

Im Frühling kann man vorsichtig mit dem füttern der ersten Gräser und Brennnesseln begonnen werden. Das erste Grün ist aufgrund des hohen Vitamingehalts besonders für trächtige und säugende Muttertiere sehr wichtig. Nach dem Winter muss die Umstellung auf das neue Futter aber stets langsam und konstant geschehen. Bis April gibt es außerdem noch einige Wintersalate, die gut für die Fütterung von Meerschweinchen geeignet sind:

-Feldsalat enthält viel Vitamin A und C und ist reich an Phosphor und Kalzium

-Chicoree ist sehr reich an Vitamin C, enthält Calcium und Phosphor, wirkt harntreibend und säurebindend

-Radicchio ist auch sehr reich an Vitamin C, er wird im Winter aus Italien importiert

Im Sommer beginnt eine schöne Futterreiche Zeit für die Meerschweinchen, viele Gräser und Kräuter wachsen dann in unseren Gärten und auf Wiesen. Allerdings sollte der Wiesenschnitt immer nur frisch gefüttert werden, da er sonst gären würde und die Meerschweinchen schnell erkranken würden. Heu ist in dieser Zeit genauso wichtig, wie zu anderen Jahreszeiten!

Im Herbst gibt es viele heimische Obst- und Gemüsesorten, die zusätzlich zu dem Wiesenschnitt gefüttert werden können. Außerdem kann man jetzt für den Winter gutes unbehandeltes Obst einlagern und somit einen Vorrat schaffen.

Ein Meerschweinchen frisst je nach Vorliebe: Gras, Löwenzahn, div. Kräuter (Achtung bei Giftpflanzen!), Gurke, Tomate, Paprika, ab und an etwas Eisbergsalat und im Winter Grünkohl. Natürlich immer bei ausreichendem Heuangebot. Es gibt auch Schweinchen, die lieben Kirschen, Melonen, Birnen, Trauben Sellerie, Fenchel und noch vieles mehr.

Futterumstellungen jeglicher Art sollten immer langsam geschehen, damit sich Darm und Organismus daran gewöhnen können. Auch neue Futtermittel müssen langsam eingeführt werden.