Meerschweinchen in der Kleintiersprechstunde

 


Meerschweinchen gehören zur Ordnung der Nagetiere (Rodentia), die mit ihren annähernd 3000 Arten fast die Hälfte aller heute auf der Erde lebenden Säugetierarten ausmacht.


Die Stammform unseres Hausmeerschweinchens ist das Gebirgsmeerschweinchen - Cavia aperea cutleri. Sie besiedeln grasreiche Hochebenen und Buschsteppen der Anden bis zu Höhenlagen von 4200 m. Schlupfwinkel und selbstgegrabene Höhlen bieten ihnen sowohl in dichtem Gestrüpp als auch in offenem Gelände Schutz vor Feinden. Sie leben im Familien-Verband von 4 bis 10 (20) Tieren in Erdbauten. Die Familiengruppen mit einem Männchen, mehreren Weibchen und Jungtieren bleiben durch ständige Stimmfühlungslaute untereinander in Verbindung. Bei Gefahr werden Warnlaute ausgestoßen. Durch Flucht in Höhlen oder anliegendes Gestrüpp versuchen sie, sich in Sicherheit zu bringen oder verfallen in eine Schreckstarre.


Meerschweinchen gehören zu den ältesten Haustieren der Neuen Welt: Von den Inkas wurden sie bereits als Speise- und Opfertiere gehalten. Bald nach der Entdeckung Amerikas wurden die ersten Meerschweinchen von spanischen Seefahrern und holländischen Kaufleuten mit nach Europa gebracht und dort weiter gezüchtet. Der Name "Meerschweinchen" kommt wohl von der gedrungenen Körperform und den quiekenden Lauten dieses Tieres, das seine Heimat jenseits des Meeres hat. Im amerikanischen Sprachgebrauch hat es einen noch verwirrenderen Namen, nämlich Guinea Pig, wobei es weder von der Insel Guinea herkommt, noch zoologisch den Schweinen nahe steht. Vielmehr wird vermutet, dass der heute unübliche Begriff "Guinea" im Sinne von "fremd" diesem Tier zugedacht war oder auch die Tatsache, dass diese Tiere in England für 1 Guinea (engl. Währung) verkauft wurden. Heute ist das Meerschweinchen in Südamerika Heimtier und Fleischproduzent zugleich, in Europa wird es als Versuchstier und Heimtier genutzt. In der Rassezucht werden viele Rassen gezüchtet.

 

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